LeistungenNotizenÜber michKontaktEN
Hinweis
  • AI

EU AI Act: die Wasserzeichen-Frist, die viele Kommunikationsteams verpassen werden

Ab November 2026 — EU AI Act: Wasserzeichen werden Pflicht. Inhalte prüfen. Automatisierung kontrollieren. Standards definieren.Ein KI-automatisierter "Daily Briefing"-Newsletter — genau die Art automatisiertem Inhalt, der ab November 2026 gekennzeichnet werden muss

Sie verstoßen in sechs Monaten gegen EU-Recht mit Ihren KI-generierten Inhalten — ohne es zu wissen. KI-Wasserzeichen werden ab diesem November Pflicht.

In Südkorea hat ein KI-generiertes Bild eines entlaufenen Wolfs in diesem Monat tagelang für öffentliche Panik gesorgt — sogar Behörden haben es geteilt, bevor es entlarvt wurde. Stellen Sie sich vor, was ein KI-generiertes Bild Ihres CEO, Ihres Produktrückrufs oder eines Vorfalls in Ihrer Fabrik anrichten könnte.

Aber die neuen EU-Kennzeichnungsregeln zielen nicht nur auf Deepfakes wie diesen. Sie zielen auf die KI, die Ihr Team jeden Tag nutzt — Pressemitteilungen, Visuals, Broschürentexte, Produktvideos. Ab dem 2. November 2026 fällt all das unter Artikel 50 des EU AI Act:

  • KI-generierte Bilder, Audio- und Videoinhalte, die realistisch wirken — müssen immer gekennzeichnet werden, auch wenn intern erstellt und redaktionell freigegeben.
  • KI-generierte Texte — nur wenn sie die Öffentlichkeit über Themen von öffentlichem Interesse informieren und kein Mensch nachweislich die redaktionelle Verantwortung trägt. LinkedIn ist also sicher ;)
  • Chatbots — müssen sich bei jeder ersten Interaktion als KI zu erkennen geben.
  • Stilisierte Grafiken, Illustrationen, abstrakte Designs — keine Kennzeichnungspflicht.

Faustregel: Je realistischer der Inhalt und je weniger sichtbar die menschliche Aufsicht, desto klarer die Pflicht.

Eines werden die meisten Unternehmen übersehen: Automatisierung.

Wenn Ihr Prozess Inhalte generiert und veröffentlicht — geplante Posts, KI-entworfene Newsletter — ohne einen menschlichen Kontrollpunkt mit Kennzeichnung, dann sind Sie systembedingt nicht konform. Kennzeichnung muss ein eingebauter Schritt sein, kein manueller Nachgedanke.

Was Kommunikations- und Marketingabteilungen jetzt tun sollten

  • Content-Audit. Wo werden KI-Tools bereits eingesetzt — für Texte, Bilder, Videos, Monitoring, Grafiken? Die meisten Unternehmen haben keinen vollständigen Überblick.
  • Redaktionelle Workflows dokumentieren. Wer prüft Inhalte, wer trägt namentlich die redaktionelle Verantwortung? Diese Dokumentation ist Ihr wichtigstes Compliance-Instrument — und oft Ihr Schutz vor der Kennzeichnungspflicht überhaupt.
  • Kennzeichnungsstandards definieren. Welche Inhalte brauchen ein sichtbares Label, welche ein technisches Wasserzeichen? Wie soll es aussehen?

Unternehmen, die transparente, dokumentierte Prozesse aufbauen, werden einen echten Wettbewerbsvorteil haben, denn nachvollziehbare Authentizität wird zu einer eigenen Währung. Gerade in regulierten Branchen — Pharma, Finanzdienstleistungen, kritische Infrastruktur — sendet frühe Compliance ein klares Signal: Wir haben nichts zu verbergen.